Wir bieten Workshops zum Selbstbau von Kleinstwindkraftanlagen an. Im Laufe eines Workshops fertigen die Teilnehmenden an den Stationen „Metall“, „Holz“, „Elektro/Generator“ und „Entwicklung“ ein funktionstüchtiges Windrad (inkl. Mast und Speichersystem) unter Anleitung komplett selbst und entwickeln es ggf. weiter.

Der Bauplan der Kleinwindkraftanlage basiert auf der Entwicklung von Hugh Piggott und zeichnet sich durch seine einfache und robuste Bauweise aus. Das Design ist so konzipiert, dass die KWKA an jedem Ort der Welt nachgebaut werden kann, da die Materialien größtenteils recycelt werden können und damit weltweit verfügbar sind. Die Modifikationen der Kleinstwindkraftanlage haben einen Rotordurchmesser von 2 bis 4 m und eine Masthöhe von bis zu 12 m. Die elektrische Leistung variiert je nach Anlage zwischen 200 bis 1.000 W und dient als Batterielader für Inselsysteme von 12 bis 48 V Spannungsniveau.

Das Workshopkonzept ist darauf ausgelegt, dass alle Teilnehmenden im Laufe des Workshops an jeder Station mindestens einmal praktizieren können. Hierbei erlernen sie Fähigkeiten in der Holzbearbeitung (Sägen, Hobeln, Schnitzen, Feilen und Oberflächenbehandlung) in der Metallbearbeitung (Sägen, Flexen, Schweißen und Bohren) und in der Elektrostation (Löten, Schaltschrank- und Generatorbau). Es wird hauptsächlich mit „offline“ Handwerkzeugen gearbeitet.

Als anleitende Person möchten wir euch dabei unterstützen, die notwendigen handwerklichen Fähigkeiten für die Fertigung einer Turbine zu erlernen und die inhaltlichen Hintergründe zu verstehen. Dies soll möglichst zur praktischen und theoretischen Selbstermächtigung beitragen. Eine hierarchiearme, freundliche, wertschätzende und offene Atmosphäre ist uns wichtig ‐ genauso wie wechselseitiges Lernen und Wissensaustausch.
Diese Wissensweitergabe ermöglicht es uns, das Windrad weiterzuentwickeln. Dazu kooperieren wir u.a. mit V³-Power, KanTe, der Kleinwindkraft‐Szene im Internet und sind im regen Austausch mit einer Entwicklungsgruppe einer Universität. Bei jedem Workshop versuchen wir Verbesserungsideen einfließen zu lassen, sie umzusetzen, zu evaluieren und zu dokumentieren.

Die Workshops werden von uns in unterschiedlichen Kontexten und Formaten angeboten. Zwischen 1 und 6 Tagen und zwischen 10 und 30 Teilnehmenden ist alles möglich. Dabei passen wir Inhalt und Zielsetzung gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern an die jeweiligen Bedürfnisse an. Neben Lehrveranstaltungen, die sich gezielt an Hochschulen und Studierende mit ingenieur*innenwissenschaftlichem Vorwissen richten, bieten wir auch Bildungsworkshops an, z.B. in Kooperation mit Volkshochschulen und anderen Trägern (Stiftungen), bei denen keine Vorkenntnisse nötig sind. Am liebsten unterstützen wir Projekte (Wohnprojekte, Wagenburgen und andere Projekte) bei der Auslegung und Planung ihrer Stromversorgung durch Eigenversorgung. Je nach Bedarf stellen wir für jeden Workshop ein individuelles Team des Kollektivs zusammen.

Bisher haben wir Workshops in folgenden Kontexten durchgeführt:

  • Lehrveranstaltungen richten sich gezielt an Hochschulen und Studierende, die über ein ingenieur*innenwissenschaftliches Vorwissen verfügen. Als Lehrbeauftrage vermitteln wir neben dem Praxisanteil des Workshops Grundlagen zum Thema Windenergie, um den Studierenden den Einstieg in diese Spezialisierung zu ermöglichen. Für Studierende, die bereits über Grundlagenwissen der Windenergie verfügen, bieten wir eine spezielle Entwicklungsstation an, welche Wissen vertieft und in der Einzelkomponenten der im Workshop gebauten Windkraftanlage verbessert oder neu entwickelt werden. Dieses Format bietet nach Absprache mit der Hochschule die Möglichkeit, einen Leistungsnachweis über Creditpoints (ECTS-Punkte) zu erlangen.
  • Selbstversorgung stellt unter anderem für Wagenplätze und andere Projekte mit dem Anspruch einer autarken Energieversorgung ein wichtiges Thema dar. Wir möchten Mensch, die an solchen Orten leben oder arbeiten zeigen, wie sie sich selbst eine Windkraftanlage bauen können, die ihren Strombedarf – zumindest zum Teil – decken kann.
  • Bildungsworkshops sollen offen für alle ohne notwendige Vorkenntnisse sein. Im Vordergrund steht das Kennenlernen handwerklicher Bearbeitungstechniken und die Vermittlung von Wissen zu den Themen Selbstversorgung sowie Erneuerbare Energien im Allgemeinen und Windenergie im Speziellen.